Werner Mantz und Hugo Schmölz: Zukunft für historische Photos

21.07.2014: Schmölz als Dauerleihgabe an die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur übergeben. Insgesamt 1509 Abzüge und 15 Glasnegative gingen in die Obhut der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur über.

Für den Bestand der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur stellen die Konvolute von Werner Mantz und Hugo Schmölz eine bedeutende Zugabe dar. Die Schaffenszeit beider Photographen in Köln fällt zeitlich mit der von August Sander zusammen, dessen Archiv zu den Kernbeständen der Photographischen Sammlung zählt. Auch hat Sander beispielsweise für Architekten wie Werner Riphahn photographische Aufträge ausgeführt. “Ein Kapitel Architekturphotographie in Köln kann somit weitergeschrieben werden”, so Gabriele Conrath-Scholl, Leiterin der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur.

Als Architekturphotographen sind Werner Mantz und Hugo Schmölz nicht nur in Fachkreisen ein Begriff. Beide haben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beeindruckende Photographien von Köln und den Bauten in der Stadt geschaffen, die auch heute noch ein prägendes Bild der damaligen Stadtentwicklung darstellen. Dabei kamen sie auch immer wieder mit der damaligen Gemeinnützigen AG für Wohnungsbau, der heutigen GAG Immobilien AG, in Berührung und dokumentierten vor allem in den 1920er-und 1930erJahren die Siedlungen der 1913 gegründeten Wohnungsbaugesellschaft.

Dabei entstand ein umfassendes Bild des Kölner Siedlungsbaus der damaligen Zeit. Mantz und Schmölz photographierten beispielsweise Großsiedlungen wie die Germaniasiedlung in Höhenberg, den Blauen Hof und die Weiße Stadt in Buchforst, die Naumannsiedlung in Riehl oder die Rosenhofsiedlung in Bickendorf. Aber auch kleinere Ensembles in Ehrenfeld, Klettenberg und anderen Stadtteilen finden sich auf den zahlreichen Fotos. “Ein wahrer Schatz, der einen Eindruck von der Architektur der damaligen Zeit, dem Zeitgeist und der regen Bautätigkeit der GAG vermittelt”, beschrieb der GAG-Vorstandsvorsitzende Uwe Eichner die Bedeutung der historischen Photographien.

Ein Großteil der in dieser Zeit entstandenen Arbeiten lagerte lange Zeit und weitgehend ungenutzt in den Archiven der GAG – insgesamt 1509 Abzüge und 15 Glasnegative, heutzutage eine Rarität. Um dieses Material wissenschaftlich zu erschließen und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hat die GAG Immobilien AG mit der SK Stiftung Kultur eine kompetente Partnerin gefunden. Mit der Übergabe an die Photographische Sammlung der SK Stiftung Kultur soll einerseits eine professionelle Archivierung der historischen Arbeiten sichergestellt, andererseits die institutionelle Erfahrung hinsichtlich der Organisation und Präsentation von Ausstellungen genutzt werden.

Werner Mantz (1901 – 1983) war in erster Linie für Kölner Firmen und als Porträtphotograph für die Kölner Prominenz tätig. Daneben avancierte er jedoch zu einem gefragten Architekturphotographen, der im Stil der “Neuen Sachlichkeit” arbeitete. 1926 wurde er Hausphotograph des Architekten Werner Riphahn, der zahlreiche GAG-Siedlungen in den 1920er und 1930er Jahren entwarf.

Hugo Schmölz (1879 – 1938) kam über Mannheim und Berlin 1911 nach Köln, wo er sich mit einem eigenen Atelier selbstständig machte. Ab 1924 arbeitete er eng zusammen mit namhaften deutschen Architekten und schloss sich 1930 mit 13 weiteren Kölner Kollegen in der “Vereinigung Kölner Fachphotographen” zusammen.

Bildrechte: © GAG Immobilien AG, Köln Bildquelle:© GAG Immobilien AG, Köln

Im Zentrum der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln steht die sachlich-dokumentarische Photographie als künstlerisches Ausdrucksmittel in der Tradition des bedeutenden Photographen August Sander (1876-1964). Die Sammlung umfasst über 30.000 Werke von historischen und zeitgenössischen Photographen, die im Haus konservatorisch und wissenschaftlich betreut werden. Aus dieser Arbeit ergeben sich wissenschaftliche Forschungsprojekte, deren Ergebnisse sich im wechselnden Ausstellungsprogramm und den begleitenden Publikationen spiegeln. Der Austausch mit regionalen, nationalen und internationalen Institutionen nimmt einen hohen Stellenwert ein. Dafür stehen viele in Kooperation durchgeführte Ausstellungsprojekte sowie ein umfangreicher Leihverkehr.

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